Streit um ungarische Minderheit in Rumänien

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Viel Lärm um eine Flagge

Die ungarische Minderheit der Szekler in Rumänien hisst ihre Flagge bei vielen Anlässen - vielen Rumänen missfällt das. Nun ließ sie ein Gouverneur demonstrativ entfernen. Seitdem werden die Töne schriller, aber der Flaggenstreit sorgt auch für diplomatische Verstimmungen zwischen Bukarest und Budapest.

Von Karla Engelhard, ARD-Hörfunkstudio Wien

Ein Mann hält eine Fotomontage in die Luft, die Rumäniens Präsident Basescu in einem ungarischen Kleid zeigt. (Foto: AP) 

Protest vor der ungarischen Botschaft in Bukarest: Ein Mann hält eine Fotomontage in die Luft, die Rumäniens Präsident Basescu in einem ungarischen Kleid zeigt.

"Solange wir leben, gehören wir zum ungarischen Volk. Unsere Seelen zu brechen, wird niemals gelingen". So selbstbewusst klingt es in der Hymne der Szekler. Sie gehören zur ungarischen Minderheit in Rumänien. Die Szekler haben eigene Zeitungen, eigene Schulen und eine eigene Fahne. Die dürfen sie eigentlich überall hissen. Doch jüngst hat ein Gouverneur die Fahne demonstrativ entfernen lassen. Außerdem wurde das Hissen der Szekler-Fahne an Rathäusern und Schulen untersagt. Begründung:  Dies sei ein Verstoß gegen die rumänische Verfassung. Denn das Szeklerland sei keine anerkannte kommunale oder autonome Struktur.

Für den ungarischen Außenstaatssekretär Zsolt Nemeth ist das ein Skandal: "In Europa ist es so, wenn es nicht durch ein Gesetz verboten ist, dann ist es erlaubt. In Rumänien gibt es kein Gesetz, dass das Hissen der Szekler-Fahne verbietet. Ob das dem rumänischen Premier Ponta nun gefällt oder nicht. Das ist europäische Rechtsnorm." Das Verbot der Szekler-Fahne im öffentlichen Raum sei eine "symbolische Aggression" wetterte der ungarische Staatssekretär und startete eine Solidaritätsaktion. Als ungarischer Diplomat ließ er im rumänischen Bukarest die Szekler-Fahne an einem Rathaus hissen.

Streit auf höchster politischer Ebene

Die Orban-Regierung behielt sich außerdem diplomatische Schritte vor. Für den rumänischen Premier Ponta eine Frechheit, die er aber ignorieren will: "Die interne Gesetzgebung und der Respekt gegenüber den Minderheiten in Rumänien sind unser eigenes Problem. Das geht dem ungarischen Premierminister und seiner Regierung nichts an. Deren Meinungen zu diesem Thema interessieren mich nicht."

Mit audio: http://www.tagesschau.de/ausland/ungarn-rumaenien100.html

SZÉKELY NEMZETI TANÁCS - CONSILIUL NAŢIONAL SECUIESC
SZEKLER NATIONAL COUNCIL

520009 Sepsiszentgyörgy / Sfântu Gheorghe, Konsza Samu utca 21
Tel.: +40 267 318.180, e-mail: office@sznt.ro
2006 - 2010 © Minden jog fenntartva! All rights reserved! Toate drepturile rezervate!

Webhosting:
serverhr.ro