Rumäniens Szekler wollen Flagge zeigen

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Rumänisch-ungarischer Streit

Eine Kontroverse um die Stellung der Flagge der Szekler, einer ungarischen Volksgruppe in Rumänien, hat das Klima zwischen Bukarest und Budapest vergiftet. Rumänien verbittet sich von Ungarn eine Einmischung in Minderheitenfragen.

Ein Streit um die Stellung der Flagge der Szekler in der Öffentlichkeit belastet das Klima zwischen Rumänien und Ungarn. Bei den Szeklern handelt es sich um eine ungarische Volksgruppe, die seit Jahrhunderten in Siebenbürgen im Südosten des Karpatenbogens ansässig ist und heute keinen direkten geografischen Kontakt mit Ungarn mehr hat. In den Landkreisen Covasna und Harghita bilden die Szekler eine Bevölkerungsmehrheit und haben ein ausgesprochen starkes kulturelles und ethnisches Bewusstsein.

Verbaler Schlagabtausch

Ausdruck dieses Bewusstseins war, dass anlässlich der Amtseinsetzung des neuen Landkreis-Präfekten in Covasna unlängst die inoffizielle Szekler-Flagge gehisst wurde. Von staatlich-rumänischer Seite wurde dies nicht goutiert. Darauf meldete sich Budapest zu Wort und liess aus dem Mund von Zsolt Nemeth, dem Staatssekretär im Aussenministerium, wissen, dass die Szekler in Rumänien unter behördlicher Aggression zu leiden hätten. Der ungarische Botschafter in Bukarest, Fuzes, doppelte nach, indem er in einem Fernsehgespräch erklärte, Ungarn unterstütze allfällige Bemühungen der Szekler um eine Autonomieregelung. Der rumänische Aussenminister Corlatean erklärte darauf, Fuzes habe die Grenzen des Mandats eines Botschafters überschritten und solle sich in seinen Äusserungen mässigen. Der ungarische Aussenminister Martonyi jedoch gab Fuzes Rückendeckung und sagte, dieser habe den offiziellen Standpunkt der Budapester Regierung vertreten.

Der Streit kommt zu einem Zeitpunkt, da das Verhältnis der ungarischen Minderheit in Rumänien, die über eine Million Angehörige zählt, mit dem Zentralstaat angespannter ist als auch schon. Bis zu den Parlamentswahlen im Dezember 2012, aus welchen die gegenwärtige sozialliberale Regierung hervorgegangen ist, war die Partei der ungarischen Minderheit (UDMR) anderthalb Jahrzehnte lang in jeder Regierung vertreten gewesen. Sie wäre auch diesmal zur Zusammenarbeit mit den Sozialliberalen bereit gewesen, doch deren nationalistischer Flügel stemmte sich vehement dagegen, und zahlenmässig war die Sozialliberale Union auf die Partei der ungarischen Minderheit nicht angewiesen.

Bukarester Zentralismus

Die Präsenz der UDMR in Regierungskoalitionen verschiedenster Couleur hatte dazu geführt, dass die Minderheitenfrage in Rumänien deutlich weniger politisches Getöse verursachte als etwa in der Slowakei. Allerdings fehlt es der Bukarester politischen Elite an der Grosszügigkeit, den verschiedenen Regionen des Landes generell mehr Kompetenzen abzugeben. Im Rahmen einer allgemeinen Regionalisierung könnte auch das Problem der Minderheiten entschärft werden.

Der Bukarester Zentralismus hat allerdings gerade gegenüber Siebenbürgen auch eine historische Dimension. Siebenbürgen gehörte während Jahrhunderten zum Königreich Ungarn, und laut einigen Beobachtern herrscht in politischen Kreisen die Befürchtung, die Gewährung von Autonomie stelle einen ersten Schritt zum Zerfall des rumänischen Nationalstaats dar.

Neue Zürcher Zeitung

 Rudolf Hermann, Prag

 

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